ADHSler denken, fühlen reagieren und verarbeiten anders

ADHSler denken, fühlen reagieren und verarbeiten anders…

Ich bin zwar, wie gesagt, weder Facharzt noch Psychologe, möchte aber kurz auf das Krankheitsbild ADHS im Erwachsenenalter eingehen – Zuallerst möchte ich erwähnen, dass man nicht auf einmal oder “plötzlich” ADHS bekommt. Die vorherrschenden Diagnosekritieren fordern den Nachweis von ADHS-Symptomen seit der frühen Kindheit – ADHS gilt in Fachkreisen als genetisch bedingte Störung der Selbstregulation und Selbstkontrolle. Viele Menschen denken in Bezug auf ADHS nur an den verhaltensauffälligen Zappelphilipp. Andere denken eventuell, es handele sich hierbei um eine Modediagnose. Klar, bei fast jedem zeigen sich mal ADHS Symptome wie Unkonzentriertheit, eine aufbrausende Art oder schlechte Laune. Auch Selbstzweifel, Schusseligkeit und Schwierigkeiten in sozialen Situationen sind für Viele keine Fremdwörter. Der Unterschied? Bei ADHS Betroffenen ziehen sich viele der aufgeführten Symptome wie ein roter Faden durch das ganze Leben…

Die verschiedenen Symptome der ADHS

  • Störung der Aufmerksamkeit
    ADHS betroffene Kinder und Erwachsene können sich nicht länger auf eine Sache konzentrieren und diese erfolgreich bis zum Ende durchführen. Äußere Reize führen zur Ablenkung. Es besteht eine Reizfilterschwäche: Umweltreize strömen gleichermaßen auf das Gehirn ein, ohne dass dieses filtern und sich auf relevante Dinge konzentrieren kann. Die Ablenkbarkeit führt auch zum Trödeln. Viele Menschen mit ADHS, die oftmals sehr intelligent sind, bleiben weit unter ihren Möglichkeiten.
  • Hyperaktivität
    Während Kinder oft umherzappeln und nervös sind, oftmals auch nicht stillsitzen können, zeigt sich die Symptomatik bei Erwachsenen häufig nicht mehr in diesem Maße. Was die Erwachsenen häufig plagt ist das Gefühl der inneren Unruhe, immer irgendwie unter Strom zu stehen und nicht abschalten zu können.
  • Verträumt sowie abwesend – ADHS des hypoaktiven Typs
    Diese Form wird häufig nicht erkannt, weil sie “unauffällig” scheint. Sie ist sehr bedeutend! Besonders bei Mädchen und Frauen zeigt sich diese Form der ADHS besonders. Auffallende Merkmale sind z. B.  Verträumtsein und Desinteresse. Sie bekommen häufig Dinge nicht mit, wirken abwesend. Oft sind die Betroffenen sehr sensibel, schirmen sich rasch ab und zweifeln ständig an sich selbst. Oft können aufgrunddessen Depressionen und Ängste im Erwachsenenalter hinzukommen.
  • Affektlabilität und Impulsivität
    Das Motto vieler ADHS lautet oft: “Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.” Häufige Stimmungsschwankungen begleiten viele ADHSler auf Ihrem Weg, sie sind auch häufig unzufrieden. Auf kleine Vorkommnisse können Sie emotional heftig reagieren, die Welt kann schnell unter gehen. Allerdings kann das auch am nächsten Tag schon vergessen sein.
  • Chaos
    ADHS-Betroffene kämpfen sehr oft mit dem Chaos, das kommt daher, weil sie “innerlich unstrukturiert” sind. Sie haben oft keinen Überlick in ihrem Leben. Frauen gelten nicht selten als “Chaosprinzessin”.
  • Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, in der Schule mit anderen Menschen
    Aufgrund der geschilderten Symptome kommt es schnell zu Problemen. Viele ADHS-Betroffene fühlen sich gemobbt, weil sie aufgrund der Impulsivität anecken oder sich im Falle der Hypoaktivität beispielsweise nicht wehren können. Es kann zu inkonstanten Leistungen am Arbeitsplatz kommen.
  • Erschöpfung und Lustlosigkeit
    Das Durchhaltevermögen kann eingeschränkt sein, dies führt oft zu Verzweiflung und Resignation. Mißerfolge häufen sich nicht selten, dies “liegt den Betroffenen schwer im Magen”. So geben sie schnell auf. Sie können sich schnell für eine Sache begeistern, wenn sie sich brennend für etwas interessieren, auf der anderen Seite schieben sie gerne lästige Pflichten vor sich her, kommen dann nur schwer “in die Gänge”.
  • Selbstzweifel
    Aufgrund der Niederlagen und einiger Hürden ist ein “angeknackstes Selbstvertrauen” leider nicht die Seltenheit, viele betroffene ADHSler machen im Laufe des Lebens traumatische Erfahrungen. Kinder haben oft während der Schulzeit schon das Gefül gehabt dumm zu sein und nicht akzeptiert zu werden. Dies ist prägend für die weitere Entwicklung. Im Erwachsenenalter fühlt man sich dann noch häufig als Versager.

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